Im Dickicht der Fäuste

Alle Texte von Wolf Wondratschek über das Boxen.

Das Boxen und die Literatur sind ein nur auf den ersten Blick ungleiches Paar. Wolf Wondratscheks Begeisterung für das Boxen - in seinen Reportagen und Stories, Gedichten, Artikeln und Interviews findet sie ihren unverwechselbaren, literarischen Ausdruck: »Doping für die Literatur, zumal in unseren öden, weichgespülten Zeiten.«
Der Spiegel
Wolf Wondratschek mit Max Schmeling (1985)

»Picasso bin ich nie begegnet. Strawinski auch nicht. Aber endlich Schmeling. Und wie es bei der Begegnung mit einer Legende nun einmal ist, wird man erst in der Erinnerung glauben, daß sie wirklich stattgefunden hat.
Es war zehn Uhr morgens. Ein nasser, kalter, grauer Tag im August. Schmeling begrüßt mich in seinem Büro in Hamburg. Mit Handschlag. Ein Händedruck, der mich durchzuckt, sehr sanft. Da ist sie, seine rechte Hand, die berühmte, die ruhmreiche Rechte.«
(Auszug aus ›Im Dickicht der Fäuste‹, Kapitel ›Danke, Schmeling‹, S. 71)

» Hören Sie mehr aus dem Kapitel ›Danke, Schmeling‹ in unserer Hörprobe, gelesen von Wolf Wondratschek

Mit Muhammad Ali in Las Vegas Mit Muhammad Alis Tochter Maymay in Las Vegas

Mit Muhammad Ali und seiner Tochter Maymay in Las Vegas


»Er bleute es dem Gegner dann eigenhändig, mit jedem der schnellen Jabs, ein ins Gedächtnis. Drei, vier, fünf Schläge, einen für jede Silbe. Muhammad A-li. (...) Seit seinem Debüt war er eine Sensation, das Debüt selbst war ja eine. Die Menschen waren, ob sie wollten oder nicht, mitgenommen, sprachlos, fasziniert. Kein Schlaf war mehr heilig, wenn dieser Athlet sich aufmachte, die Kunst seines Sports zu zelebrieren. Ein Risiko war es nur, in den Augen seiner Entourage, gegen Gegner anzutreten, die ihm, unbeeindruckt von jedem Zauber, Prügel androhten. Mit was sonst sollten sie ihm drohen?«
(Auszug aus ›Im Dickicht der Fäuste‹, Kapitel ›Ali zum 60. Geburtstag‹, S. 202 und 204)